20-02-07 08:52 Alter: 14 yrs

Eine Musikalische Reise ins Repser Ländchen

Konzertreise des Kronstädter Jugendbachchors ins Repser Ländchen


ww. Kronstadt - Weihnachten ist ein Fest der Freude, eine Zeit, in der die Menschen einander Freude bereiten. Dieser Gedanke mag den Kronstädter Jugendbachchor - 17 Jugendliche, Mädchen und Jungen - bewogen haben, in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr ins Repser Ländchen zu fahren und hier, in diesem kulturell vernachlässigten, unterversorgten Landstrich, mit ihrem Gesang Freude zu verbreiten.

Das erste Konzert war im Altenheim in Schweischer/Fiser angesagt. Diese Einrichtung besteht seit dem Jahr 1991. Ihr Träger ist die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien. Heimleiterin Ioana Hellwig und das von ihr angeleitete Personal betreuen zurzeit 22 Seniorinnen und sieben Senioren, die nicht nur aus dem Repser Ländchen und auch nicht nur aus Siebenbürgen, sondern aus dem gesamten Zuständigkeitsgebiet des Heimträgers stammen und nun ihren wohlbehüteten Lebensabend hier in Schweischer, in der Nähe von Reps/Rupea, verbringen.

Am Mittwochnachmittag fanden sich aber im Festsaal des Altenheims von Schweischer nicht nur dessen Bewohner, sondern auch Landsleute aus den umliegenden Gemeinden wie Deutschkreuz/Cris, Meschendorf, Radeln/Roades oder Stein/Dacia ein. Pfarrer Siegmar Schmidt (Reps), der für das Gebiet zuständig ist, begrüßte die Anwesenden, worauf der Jugendbachchor unter der Leitung von Steffen Schlandt ein abwechslungsreiches Programm mit deutschen Weihnachtsliedern und Weihnachtsliedern anderer Völker, aber auch zwei Choräle aus Bachs "Weihnachtsoratorium" darbot. Anschließend folgte ein gemeinsames Singen nach dem Prinzip des Wunschkonzertes: Aus dem Publikum wurden die Titel der gewünschten Weihnachtslieder laut, worauf alle zusammen, unter Zuhilfenahme des kirchlichen Gesangbuchs, das genannte Lied sangen, zum Schluss den beliebten "Quempas". Es folgte ein gemütliches Plauderstündchen bei Kaffee, Fruchtsaft, Striezel und Hanklich. Die Chormitglieder teilten jedem der Anwesenden ein Weihnachtspäckchen mit Obst und Süßem aus.
Ähnlich verlief am Donnerstagvormittag das Konzert in Deutschweißkirch/Viscri.

Das Kuratorenehepaar Walter und Caroline Fernolend hatte für das Wohlbefinden der Gäste vorgesorgt. Die Veranstaltung fand im heuer fertiggestellten "Seminarraum" im Ostturm der Deutschweißkircher Kirchenburg statt. Caroline Fernolend berichtete, dass die Sanierung des Ostturmes und weitere Arbeiten an der Kirchenburg durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Erdgasförderunternehmens "Wintershall" ermöglicht wurden. Das noch nicht abgeschlossene Projekt wird von der Stiftung "Alba Eglesia" durchgeführt, deren Vorsitzende Caroline Fernolend ist. Der nunmehrige Seminarraum war früher, als der Turm nicht mehr Verteidigungszwecken dienen musste, als Schule genutzt worden.

Beim Konzert in Deutschweißkirch waren nicht nur Ortsansässige, sondern auch Gemeindeglieder aus Scharosch/Soars, Leblang/Lovnic und Seiburg/Jibert dabei. Pfarrer Dettmer Hinrichs (Leblang), der diese Ortschaften seelsorgerisch betreut, dankte dem Chor mit herzlichen Worten für seine Darbietung. Es folgte eine gemeinsame Besichtigung der Kirche. Bei dieser Gelegenheit erklang der "Quempas" abwechselnd in der ortsüblichen lateinisch-deutschen Variante wie auch in der im Gesangbuch (bei Nr. 21) notierten Fassung.

Die Konzertreise ins Repser Ländchen war vom Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart (ifa) finanziell gefördert worden. Übernachtet wurde (zweimal) in dem als Gästehaus eingerichteten ehemaligen Pfarrhaus von Hamruden/Homorod. Für den Jugendbachchor, der mehrere Kirchenburgen im Gebiet besichtigte, war es zugleich eine eindrucksvolle Bildungsreise.